Linda Carolina Heilig Photography



 
 

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Tipps

In dieser Rubrik habe ich einige selbst formulierte Tipps zusammengestellt. Ich fotografiere mit einer Olympus E-PM1 (Systemkamera, Micro Four Thirds). Mein Zubehör können Sie der Rubrik Ausrüstung entnehmen.





Inhalt

Makros
     Verwackeln
     Positionieren des Objekts auf dem Haltearm
     Fotografieren im Haus
     Makrolinsen
     Aufbau im Haus
     Komplett weißer Hintergrund
     Dunkler Hintergrund
     Vermeidung von doppelter Spiegelung
Nachtaufnahmen
Nachtaufnahmen auf dem Rummel
Aufnahmen eines Feuerwerks
Aufnahmen von Gewässer (Wasserfall, Fluss, See)
Panoramaaufnahmen
     Parallelachsenverschiebung
Stürzende Linien (Tilt und Shift)
Hyperfokaldistanz
     
Erweiterung der Tiefenschärfe - Focus stacking und andere Techniken

HDR/DRI
     Motive
     Vorgehensweise
     Unterschied HDR/DRI
     Software
     Pseudo-HDR aus RAW-Dateien
Nachbearbeitung
     Rauschreduzierung
     Ränder beschneiden
     Anpassen der Größe von Fotos für eine Website
Erstellung der Website





Makros

Verwackeln:
Makroaufnahmen sind extrem verwacklungsempfindlich. Daher sollte auf jeden Fall ein Stativ verwendet werden. Mini-Stative speziell für Makroaufnahmen sind sehr ratsam, da man sonst oft nicht nah genug an den Boden kommt, um z. B. nah am Boden wachsende Blüten von der Seite zu fotografieren. Um noch näher an den Boden zu kommen, kann auch ein Bohnen- oder Kirschkernsäckchen verwendet werden.

Um Verwacklungen zu vermeiden, kann mit einem Fernauslöser (Funk oder Kabel) gearbeitet werden. Alternativ oder zusätzlich kann eine verzögerte Auslösung von 2 Sekunden (wahlweise mit Anti-Schock-Effekt) oder bei Spiegelreflexkameras die Spiegelvorauslösung eingestellt werden.

Wind kann bei Makroaufnahmen sehr störend sein. Das zu fotografierende Objekt, z. B. eine Blüte, kann mit einem Haltearm fixiert werden. Dieser Haltearm hat mir schon sehr nützliche Dienste erwiesen. Zusätzlich können auch andere Gegenstände als Windschutz aufgestellt werden. Auch ein Diffusorschirm oder eine große Weißkarte, die eigentlich andere Funktionen haben, können als Windschutz dienen.


Positionieren des Objekts auf dem Haltearm:
Da man auch mit Mini-Stativ oft nicht nah genug an den Boden herankommt, kann eine Blüte oder ein Blatt, falls es abgepflückt werden kann, auch direkt am Haltearm positioniert werden, der ans Stativ geklippt ist. So kann das Objekt so gedreht werden, dass es optimal von der Sonne angestrahlt wird.

Zudem kann der Abstand zum Hintergrund dann optimal gewählt werden, um ein schönes Bokeh (gewollter Unschärfebereich) zu erzeugen. Bei nicht abgepflückten Objekten ist der Hintergrund oft zu nah, sodass man ihn auch mit offener Blende nicht unscharf genug bekommt. Ist der Hintergrund weit genug entfernt, kann die Blende etwas geschlossen werden, damit das Objekt möglichst scharf wird, der Hintergrund durch die weite Entfernung aber immer noch unscharf ist.


Fotografieren im Haus:
Blüten werden häufig im Haus fotografiert. Zum einen spielt hier der Wind keine Rolle, zum anderen kann durch das Anstrahlen mit Tageslichtlampen aus verschiedenen Richtungen die Schattenbildung besser kontrolliert werden. Im Freien sind bei zu starker Sonne die Schatten oft zu hart, bei zu wenig Sonne wird das Bild zu trüb.


Makrolinsen:
Makrolinsen (sowohl als auf das Objektiv aufsetzbare Linse als auch in einem separaten Makroobjektiv) haben den Nachteil, dass man oft nur einen kleinen Ausschnitt scharf bekommt. Sollte die fehlende Schärfe stören, kann man versuchen, ob man ohne Makrolinse nah genug an das Objekt herankommt, um die gewünschte Vergrößerung zu erreichen.


Aufbau im Haus:
Für Makroaufnahmen im Haus verwende ich ein kleines Tischchen und einen Karton in der Farbe des gewünschten Hintergrunds (ca. 70x120 cm, meist schwarz oder weiß). Der Karton wird an die Wand gepinnt und läuft auf dem Tisch aus, sodass man keinen Übergang zwischen Tisch und Wand sieht.

Für die Beleuchtung benutze ich drei gewöhnliche, günstige Schreibtischlampen, jedoch mit speziellen Tageslichtglühbirnen (komplette Fotolampen sind relativ teuer). Ich achte darauf, dass das Objekt für die Schattenbildung von verschiedenen Seiten angestrahlt wird. Beim folgenden Foto ist die Hauptlichtquelle links (leicht vorne), sodass der Hauptschatten nach rechts (leicht hinten) fällt.





Komplett weißer Hintergrund:
Wird (z. B. im Bereich Produktfotografie) ein Gegenstand fotografiert, der Stellen mit 100%igem Weiß (z. B. auch eine Weißkarte), stellt die Kamera dieses Weiß automatisch auf einen bestimmten Grauwert. Einen zu 100% weißen Hintergrund bekommt man also nur durch Nachbearbeitung am Computer oder durch Überstrahlen des Hintergrunds, wofür der Hintergrund separat ausgeleuchtet werden muss, damit nur der Hintergrund, und nicht der Gegenstand selbst, überstrahlt.

Bei der Nachbearbeitung am Computer kann z. B. der Gegenstand markiert und dann die Auswahl umgekehrt werden, damit alles außer dem Gegenstand, also der komplette Hintergrund, markiert ist. Dann kann der markierte Bereich mit 100%igem Weiß gefüllt werden. Soll, wie im obigen Bild, der Schatten um die Kaffeebohnen erhalten bleiben, kann zuerst der Bereich um die Schatten mit weißer Farbe gestempelt werden (mit niedrigem Härtegrad des Stempels für einen weichen Übergang) und dann alles, was komplett weiß werden soll, markiert und auf 100%iges Weiß gesetzt werden.


Dunkler Hintergrund:
Für einen möglichst dunklen Hintergrund sollte der Raum komplett abgedunkelt und nur das Objekt selbst angeleuchtet werden. Damit nur die Kapstachelbeere angestrahlt wird, habe ich für das folgende Foto einen Trichter aus Alufolie geformt, der vorn eine Öffnung von ca. 2 cm hat, und diesen auf eine kleine Schreibtischlampe mit gewöhnlicher gelblicher Glühbirne gesteckt. Die Schreibtischlampe wird unter dem Trichter allerdings sehr heiß und sollte daher sicherheitshalber nicht über längere Zeit brennen.





Vermeidung von doppelter Spiegelung:
Für die Spiegelung lag die Kapstachelbeere auf einem Spiegel, dessen Rand nicht im Bildausschnitt liegt. Um eine doppelte Spiegelung zu vermeiden, habe ich einen Polfilter verwendet und diesen so lange gedreht, bis keine doppelte Spiegelung mehr zu sehen war.


Nachtaufnahmen

Bei Nachtaufnahmen wird im Automatikmodus der ISO-Wert erhöht, um die Belichtungszeit zu verkürzen. Das dadurch aber oft entstehende Rauschen kann vermieden werden, indem bei relativer Windstille mit fest stehendem Stativ gearbeitet wird. So kann die Belichtungszeit verlängert und der ISO-Wert niedrig gehalten werden.

Um die Belichtungszeit möglichst kurz zu halten, sollte mit einer eher offenen Blende (= niedrige Blendenzahl) gearbeitet werden. Wenn die Lichter allerdings zu kleinen Sternchen werden sollen, muss die Blendenzahl etwas erhöht werden. Je weiter die Blendenzahl erhöht wird, desto größer werden die Sterne.

Oft sollte bei Nachtaufnahmen von dem von der Kamera vorgeschlagenen Belichtungswert abgewichen werden, d.h. der EV (Exposure Value = dt.: Lichtwert) sollte nicht auf 0, wie meist bei Tageslichtaufnahmen, sondern z. B. auf -0,3, -0,7, -1,0, -1,3 eventuell sogar auf -1,7 oder -2,0 EV gestellt werden.


Nachtaufnahmen auf dem Rummel

Lichtstreifen bei Karussells erzeugt man mit langer Belichtung.

Bei schnellen Karussels genügt hier oft eine Belichtungszeit zwischen 3 und 8 Sekunden. Bei einem Riesenrad, das sich ja relativ langsam bewegt, kann man mit ca. 15-20 Sekunden durchgehende Streifen erzeugen, mit ca. 8-10 Sekunden entstehen durch die unterbrochenen Streifen schöne Muster.

Um die Belichtungszeit zu verlängern, habe ich mit meinem stärksten Graufilter (ND 8) gearbeitet. Wenn auch der stärkste Graufilter nicht ausreicht, können auch mehrere Graufilter übereinander verwendet werden, wenn die Halterung mehrere Steckschienen hat.


Aufnahmen eines Feuerwerks

Dieselben Lichtstreifen, wie im obigen Absatz beschrieben, kann man auch bei einem Feuerwerk erzeugen.

Ich habe bei meinem Aufnahmen mit einer voreingestellten Belichtungszeit von 2-4 Sekunden gearbeitet. Es kann auch im Bulb-Modus gearbeitet werden. In diesem Modus beginnt die Belichtungszeit bei Drücken des Auslösers und endet bei nochmaligem Drücken. Dieser Modus eignet sich daher für Aufnahmen, bei denen man im Voraus noch nicht weiß, wie lange belichtet werden soll. Die Belichtung kann z.B. dann beendet werden, wenn die zweite oder dritte Rakete am Himmel aufgegangen ist. Es sollte mit Fernauslöser gearbeitet werden, damit durch das Drücken des Auslösers zum Beenden keine Verwacklung entsteht.

Ich habe hier mit dem Continuous Autofokus (C-AF) gearbeitet, es wird also automatisch die jeweilige Rakete fokussiert. Eventuell ist es aber auch ratsam, die erste Rakete manuell zu fokussieren und diese Einstellung dann beizubehalten.

Auch hier habe ich, um die Belichtungszeit zu verlängern, mit meinem stärksten Graufilter (ND 8) gearbeitet.


Aufnahmen von Gewässer (Wasserfall, Fluss, See)

Einen ähnlichen Effekt, wie bei den durch Langzeitbelichtung entstandenen Lichtstreifen bei den Aufnahmen auf dem Rummel oder des Feuerwerks, kann man sich auch bei Aufnahmen eines Wasserfalls zunutze machen. Die Wasserfontäne wirkt dann wie ein Schleier.

Hier genügte bei meinen Fotos eine Belichtungszeit von 1-2 Sekunden.

Auch hier habe ich, um die Belichtungszeit zu verlängern, mit meinem stärksten Graufilter (ND 8) gearbeitet. Fotos von Wasserfällen finden Sie in der Rubrik Natur / Landschaft.

Auch wenn man Wasseroberflächen von Flüssen oder Seen aufnimmt, sieht man bei kurzer Belichtungszeit die Details der Wellen, bei längerer Belichtungszeit wirkt das Wasser wie ein Schleier. Details sind dann nicht mehr sichtbar. Meine beiden Bilder von der Frankfurter Skyline mit dem Main im Vordergrund wurden mit langer Belichtungszeit aufgenommen. Da diese in der Dämmerung und bei Nacht aufgenommen wurden, war hier kein ND-Filter notwendig, um auf eine lange Belichtungszeit zu kommen.


Panoramaaufnahmen

Meine Kamera verfügt über keinen Stitch-Assistenten (Anzeige des vorherigen Bildrands) im Panoramamodus. Ich fotografiere Panoramafotos im M-Modus (= manueller Modus). Bei dieser Vorgehensweise muss man sich genau merken, wo das letzte Bild geendet hat. Um dies zu umgehen, gibt es auch Panoramateller, bei denen man einstellen kann, um wie viel Grad die Kamera zwischen zwei Bildern gedreht werden soll.

Bei Panoramaaufnahmen sollte darauf geachtet werden, dass keine auto­matischen Einstellungen eingestellt sind (Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich, Fokus), damit alle Einzelbilder mit denselben Einstellungen aufgenommen werden.

Besonders bei 360°-Panoramen hat man oft sehr unterschiedlich helle Teile, da meist auf einer Seite die Sonne steht. Man kann hier so vorgehen, dass man zuerst im hellsten Teil die hellst möglichen Einstellungen vornimmt, und dann diese Einstellungen im dunkelsten Teil testet, und prüft, ob die Einstellungen auch für diesen Teil noch passend sind. Gute Stitching-Programme (engl. stitch = nähen) gleichen die Unterschiede in den Einzelbildern etwas an. Zudem kann ja auch mit der elektronischen Nach­bearbeitung vor dem Stitchen eine Angleichung der Einzelbilder vorgenommen werden.

Es ist von Vorteil, wenn die Sonne möglichst hoch steht, damit die Bildteile möglichst wenige Helligkeitsunterschiede aufweisen. Daher ist eine Aufnahme gegen Mittag sinnvoller, als am Morgen oder am Abend. Auch bei Panoramaaufnahmen im Winter kann die generell sehr tief stehende Sonne problematisch sein.

Man sollte genügend Rand mit aufnehmen, da nach dem Aneinanderfügen ja nur der kleinste gemeinsame Nenner aller Einzelfotos verwendet werden kann. Dadurch ist es meist sinnvoll, Panoramafotos im Hochformat und eventuell auch mit Weitwinkelbrennweite aufzunehmen. Wenn auch dies nicht ausreicht, kann das Bild in zwei Reihen aufgenommen werden.

Man sollte die Kamera bei jedem Einzelbild horizontal halten.

Aufgrund der wechselnden Lichtverhältnisse und der oft rasant ziehenden Wolken sollten die Einzelbilder relativ rasch hintereinander aufgenommen werden.

Oft ist in der mitgelieferten Kamerasoftware ein Stiching-Programm enthalten. Zudem gibt es auch Freeware-Programme wie Hugin oder kommerzielle Software wie Auto Pano.


Pa­ra­llel­ach­sen­ver­schie­bung:
Wenn man ein Panorama mit Vordergrund und Hintergrund aufnimmt, sollte man einen Nodal­punkt­adap­ter (Nodalpunkt = Knotenpunkt) verwenden, da es sonst zu einer Pa­ra­llel­ach­sen­ver­schie­bung (= Parallaxenverschiebung) kommt.

Eine Pa­ra­llel­ach­sen­ver­schie­bung kann folgendermaßen erklärt werden: Wenn man schräg auf eine analoge Uhr schaut, auf der ein Zeiger auf der 12 steht, sieht es so aus, als ob der Zeiger kurz vor oder nach der 12 stünde. Dieser Effekt kann z. B. bei Geländern im Vordergrund eines Panoramas auftreten. Dann passen nach dem Stitchen Anfang und Ende des Geländers auf den Einzelbildern nicht zusammen.

Mit einem Nodal­punkt­adap­ter kann diese Verschiebung vermieden werden. Dieser sorgt dafür, dass sich die Eintrittspupille (diese befindet sich ganz grob in der Nähe der äußersten Linse eines Objektivs) exakt um ihre eigene Achse dreht. Dreht man die Kamera ohne Nodal­punkt­adap­ter auf einem Stativ, befindet sich ja meist das Kameragehäuse über der Mitteldrehachse.

Da Nodal­punkt­adap­ter relativ teuer sind, kann alternativ ein Makro- und Panoramaschlitten verwendet werden. Um mit meinem Schlitten allerdings Hochformataufnahmen machen zu können, benötige ich zusätzlich noch einen Kugelkopf.

Für jedes Objektiv, jede Brennweite und jede Blende muss der genaue Nodalpunkt ausgetestet werden, z. B. zuhause mit einer Stehlampe im Vordergrund und einem Türrahmen im Hintergrund. Sinnvoll, aber auch mit etwas Mühe verbunden, ist es sicherlich, sich für jedes Objektiv eine kleine Liste für bestimmte Standard-Brennweiten und -Blenden zu machen. Genaue Anleitungen zum Austesten findet man auf YouTube (Link: Teil 1 , Teil 2 , Teil 3 , Teil 4 ).



Stürzende Linien (Tilt und Shift)

Bei der Aufnahme von (hohen) Gebäuden entstehen oft stürzende Linien. Diese können entweder als Stilmittel eingesetzt werden oder mit einem Tilt-und-Shift-Objektiv (engl. Verschwenkung und Verschiebung), welches für Hobbyfotografen zu teuer ist, oder alternativ nachträglich am Computer entfernt oder reduziert werden.

Wenn z. B. oben rechts und links das Bild auseinandergezogen wird, werden die oberen Bildteile (z. B. Fenster im oberen Teil des Gebäudes) verhältnismäßig breit. Wenn dies zu stark auffällt, sollte das Bild eventuell weniger entzerrt und die stürzenden Linien in Kauf genommen werden.

Generell sollte das Bild, wenn es in die Breite entzerrt wurde, auch etwas in die Höhe gezogen werden, da sonst die Proportionen nicht mehr stimmen.

Man sollte bereits beim Aufnehmen darauf achten, genügend Rand mit aufzunehmen, da durch die Entzerrung oft große Teile vom Bildrand verloren gehen.

Oft sieht es natürlicher aus, die Linien nicht komplett zu begradigen, sondern ein paar Millimeter weniger.

Zum Entzerren kann ich die Freeware ShiftN sehr empfehlen. Hier kann zunächst eine automatische Korrektur vorgenommen werden (komplette Begradigung) und danach kann die Begradigung manuell etwas abgemildert werden. Das Bild muss allerdings nach dem Speichern mit einem anderen Programm wieder im gewünschten Format (4:3 oder 3:2) ausgeschnitten werden.

Nachteil ist, dass das Bild aus Photoshop Elements als JPG abgespeichert werden muss, dann in ShiftN bearbeitet und wieder als JPG abgespeichert wird und dann eventuell wieder in Photoshop geöffnet wird, um es weiter zu bearbeiten. Eine häufige Speicherung als JPG sollte vermieden werden, da bei jeder JPG-Komprimierung die Qualität etwas leidet. Nach Möglichkeit sollte ein JPG immer erst ganz zum Schluss erzeugt werden (bzw. die zur Kontrolle zwischendurch erzeugten JPGs nicht weiterverwendet werden).

Ein Neigen (nur oben oder nur unten an einer Seite auseinanderziehen oder stauchen) und Skalieren (= Größer- oder Kleinerziehen) des Bilds ist in Photoshop Elements genauso möglich, hier muss allerdings selbst eingeschätzt werden, wann die Linien gerade sind (Neigen: Bild > Transformieren > Neigen; Skalieren oder Drehen: Bild > Frei transformieren).

Stürzende Linien können schon bei der Aufnahme vermindert werden, in dem man, wenn möglich, aus großer Entfernung (mit Teleobjektiv) fotografiert oder indem man, wenn man nah am Gebäude steht, eine vertikale Panoramaaufnahme vom Gebäude macht und die Einzelbilder später am Computer zusammensetzt.


Hyperfokaldistanz

Die Hyperfokaldistanz ist diejenige Entfernung (in Metern), auf die fokussiert werden sollte, wenn man, z. B. bei Landschaftsaufnahmen, eine bis ins Unendliche (also bis zum am weitesten entfernten Punkt im Bild) reichende Tiefenschärfe erzielen möchte.

Zur Berechnung benötigt man Brennweite und Blende sowie den tolerierbaren Zerstreuungskreisdurchmesser (Zerstreuungskreise sind die Kreise, die im Unschärfebereich entstehen (Bokeh)).

Im Internet und als App gibt es hierfür diverse Rechner.


Erweiterung der Tiefenschärfe - Focus stacking und andere Techniken

Mit einer offenen Blende (=niedrige Blendenzahl) erhält man eine geringe Tiefenschärfe (=Schärfentiefe), je weiter die Blende geschlossen (bzw. die Blendenzahl erhöht) wird, desto größere Bereiche des Bilds bekommt man scharf. (Die niedrigste Blendenzahl meiner Kamera ist f1.8 mit einem lichtstarken Objektiv, die höchste f22).

Da ich detailreiche Bilder liebe, fotografiere ich (vor allem im Makrobereich) oft mit relativ hoher Blendenzahl, was ja mit Stativ generell unproblematisch ist, weil die dadurch entstehenden längeren Belichtungszeiten nicht stören.

Allerdings hat eine hohe Blendenzahl den Nachteil, dass evtl. auch der Hintergrund zu scharf wird und somit kein schönes Bokeh (gewollter Unschärfebereich) entsteht.

Mit Makroobjektiven oder -linsen kommt man zwar generell näher ans Objekt heran, bekommt aber nur einen relativ kleinen Bildausschnitt scharf.

Um einen größeren Schärfebereich zu erzeugen, gibt es die, wie ich finde, recht aufwändige Methode des Focus stacking (engl. Focus stacking = Fokus-Stapeln). Hier wird dasselbe Bild mehrere Male kurz hintereinander aufgenommen und dabei jedes Mal ein anderer Teil scharf gestellt. Später wird mit spezieller Software (es gibt sowohl kommerzielle Programme als auch Freeware) automatisch ein Bild daraus errechnet, in dem immer der jeweils schärfste Bildausschnitt verwendet wird.

Beim Fokussieren der verschiedenen Bildteile in den unterschiedlichen Aufnahmen können bei dieser Technik entweder nach Gefühl verschiedene Teile scharf gestellt werden, oder man fokussiert mit dem manuellen Fokus zuerst den am weitesten entfernten (oder besser den imaginär noch knapp dahinter liegenden) Bildpunkt und dann dreht man für die verschiedenen Aufnahmen jeweils ein ganz kleines bisschen am Fokusrad, bis der naheste (oder imaginär knapp davor liegende) Bildpunkt scharf ist. Somit hat man idealerweise jeden Bildbereich einmal scharf aufgenommen.

Das Focus stacking wird häufig für Insektenfotos angewendet, um z. B. sowohl die Facettenaugen als auch alle winzig kleinen Füßchen scharf zu bekommen. Selbst fotografiere ich keine Insekten und wende diese Methode kaum an.

Ich habe dagegen schon einige Male, wie auch bei dieser Aufnahme des Sonnenhuts, die folgende Methode angewendet:


Sonnenhut (Echinacea)


Um im Hintergrund ein schönes Bokeh zu erzeugen, habe ich das Bild mit niedriger Blendenzahl aufgenommen (f5.4). Dadurch konnte ich aber entweder nur die Blütenblätter oder nur den riesigen Stempel der vorderen Blüte scharf bekommen. Deshalb habe ich ganz kurz hintereinander (wegen wechselnder Lichtverhältnisse, Wind etc.) zwei Bilder gemacht und dabei einmal die (vorderen) Blütenblätter und einmal den Stempel fokussiert. Die beiden Bilder habe ich dann am Computer ohne großen Aufwand übereinander gelegt. Ich habe den scharfen Stempel im einen Bild ausgeschnitten und ins andere Bild mit den scharfen Blütenblättern hineinkopiert.

Alternativ zu den beiden beschriebenen Techniken kann auch mit hoher Blendenzahl ein möglichst scharfes Bild aufgenommen werden und dann nachträglich am Computer an den gewünschten Stellen, z. B. im Hintergrund, ein Bokeh erzeugt werden.


HDR/DRI

Bei der HDR-Technik wird dasselbe Bild mehrere Male in verschiedenen Helligkeitsstufen aufgenommen. Dann werden diese Bilder am Computer zu einem Bild gematcht, indem die zu hellen und die zu dunklen Bildteile nicht verwendet werden. Das Programm wählt von jedem Bild automatisch den passenden Ausschnitt.

HDR bedeutet High Dynamic Range (HDRI = High Dynamic Range Image, HDR-Bild, Bild mit hohem Dynamikumfang, auch Hochkontrastbild). Herkömmliche digitale Bilder werden dagegen als LDR-Bilder (Low Dynamic Range Images) bezeichnet.


Motive:
Für HDR-Bilder eignen sich Motive mit starken Helligkeitsunterschieden wie z.B. ein Marktplatz bei Nacht, eine Aussicht auf eine Stadt bei Nacht, Sonnenuntergänge, helle Kirchenfenster, die vom dunklen Innenraum aus aufgenommen werden.


Vorgehensweise:
Das Foto sollte in jedem Fall mit Stativ aufgenommen werden, um sicherzustellen, dass immer derselbe Bildausschnitt aufgenommen wird.

Die dunkelsten Fotos sollten stark unterbelichtet sein (z.B. -2 oder -3 EV). Von diesen Fotos werden dann vor allem die hellen Teile verwendet, z.B. im normal belichteten Foto überstrahlende Lampen oder ein überstrahlender Himmel, die darauf dann gut belichtet sind. Umgekehrt sollten die hellten Fotos stark überbelichtet sein (z.B. +2 oder +3 EV), da von diesen vor allem die dunklen Teile, z.B. die Schatten verwendet werden.

Es sollten zwischen 3 und 10 Fotos mit unterschiedlichen Helligkeitsstufen aufgenommen werden.

Die Helligkeit (bzw. die Minus- oder Plus-EV-Stufe) kann entweder manuell vor jeder Aufnahme eingestellt werden oder es kann in der Kamera eine Belichtungsreihe voreingestellt werden. Dann muss so oft ausgelöst werden, wie Bilder gemacht werden sollen, während die Kamera die Helligkeitsstufen automatisch variiert.

Nach dem Matchen können die Farben (Helligkeit, Kontrast, Sättigung etc.) wie gewohnt angepasst werden. Alternativ kann das Foto auch aufgehellt bzw. abgedunkelt werden, indem ein hell bzw. dunkel belichtetes Foto zweimal (Kopie mit unterschiedlichem Dateinamen) verwendet wird.


Unterschied HDR/DRI:
Bei der HDR-Technik wird zuerst ein temporäres HDR-Bild erzeugt, das alle Bildinformationen aller Einzelbilder enthält (das nicht darstellbar ist). Mittels Tone-Mapping wird dieses dann wieder in ein darstellbares Bild extrahiert.

Bei HDRs wirken die Farben oft mehr oder weniger unreal, oft sind die Bilder sehr kitschig.

Eine einfachere Technik, bei der kein temporäres HDR erzeugt wird, ist die DRI-Technik. Hier werden, genau wie bei der HDR-Technik, die jeweils richtig belichteten Bildteile verwendet. Dadurch, dass aber die Farben nicht durch das temporäre HDR verändert werden, wirken diese Bilder in der Regel nicht unreal oder kitschig.

DRI bedeutet Dynamic Range Increase also Dynamikumfangerhöhung. Da bei dieser Methode der Dynamikumfang aber nicht erhöht wird, ist die Bezeichnung irreführend. Weitere Bezeichnungen sind Belichtungsfusion (Exposure Fusion), Belichtungsvermischung (Exposure Blending), Kontrastumfangserhöhung, Pseudo-HDR oder falsches HDR.


Software:
Es kann z.B. die kommerzielle aber erschwingliche Software Photomatrix oder auch Photoshop verwendet werden. In der Version Photomatrix 4 z.B. kann mittels der Verfahren ‚Enhancer‘ oder ‚Compressor‘ ein HDR erzeugt werden, mittels des Verfahrens ‚Fusion‘ ein DRI.


Pseudo-HDR aus RAW-Dateien:
Wenn nur ein Bild aufgenommen wurde, können im RAW-Format durch die Belichtungskorrektur unter- und überbelichtete Versionen erzeugt werden. Diese können dann wie gewöhnlich in der HDR-Software gematcht werden. Das Ergebnis ist aber weniger gut, als wenn mehrere Versionen aufgenommen werden. Dies lässt sich z.B. an folgendem Beispiel verdeutlichen: Wenn eine überstrahlende Lampe einen großen weißen Fleck im Bild erzeugt, wird dieser durch die nachträgliche Unterbelichtung im RAW zwar kleiner, Zeichnung erhält er dadurch aber nur sehr bedingt.




Nachbearbeitung

Ich nehme alle Fotos als RAW und als JPEG (LF, beste JPEG-Qualität) auf. Nachträglich können z. B. die Belichtung, Gradation, Kontrast, Sättigung, Dynamik und Farbtemperatur (= nachträglicher Weißabgleich) angepasst werden. Farbliche Anpassungen können auch nur für eine bestimmte Farbe vorgenommen werden, z. B. können ganz nach Belieben alle Rottöne gelblicher oder weniger gelb werden, alle Schwarztöne schwärzer oder weniger schwarz etc. Zudem kann bei Bedarf eine Rauschreduzierung vorgenommen werden. Zu extreme Korrekturen führen allerdings oft zu einer schlechteren Bildqualität.

All diese Korrekturen können auch nur für einen bestimmten Bildteil (z. B. den Himmel, den See) vorgenommen werden. Dazu muss dieser vorher markiert werden.

Es kann mit der mitgelieferten Kamerasoftware, mit der Freeware Gimp oder mit kommerziellen Programmen wie Photoshop Elements oder Photoshop Lightroom gearbeitet werden.

Ein weiterer Schritt in der elektronischen Bildverarbeitung (EBV) ist die Arbeit mit Stempeln etc. zur Retusche einzelner Bildelemente, die aber nicht in allen Programmen zur Verfügung stehen.


Rauschreduzierung:
Je mehr man ein Bild entrauscht, je mehr Details verschwinden im Bild. Daher kann z. B. nur der Himmel, der keine Details enthält, entrauscht werden, indem er vorher markiert wird.

Mit einem Rauschfilter wird ein mehr oder weniger starker Verschmierungseffekt erzeugt. Die Stärke der Korrektur kann angegeben werden. Der Filter entfernt bei leichter Korrektur Rauschen oder z. B. Staubkörnchen auf dunklen Gegenständen. Bei stärkerer Korrektur erzeugt er richtige Verwischungseffekte. Einen solchen Verwischungseffekt habe ich bei den Fotos des Weckers und des Objektivs (Rubrik Motive) angewendet.


Ränder beschneiden:
Ränder bescheide ich meist nur im Notfall und achte darauf, dass ich möglichst so fotografiere, dass nichts ausgeschnitten werden muss.

Eine zu starke Beschneidung der Ränder hat den Nachteil, dass die Pixelzahl, also die Auflösung, erheblich verringert wird, worunter die Qualität stark leidet.

Wenn dem Betrachter nicht auffallen soll, dass das Foto beschnitten wurde, sollte das Seitenverhältnis beibehalten werden. Auch kann nach dem Beschneiden eine leichte, kaum wahrnehmbare, Vignette (= Abdunkelung der Bildecken) hinzugefügt werden, um das Bild natürlicher wirken zu lassen.

Wenn Sie einen Bildausschnitt verwenden, der sich nicht ungefähr in der Bildmitte befindet, verändert sich die Bildperspektive. Daher sollte dies vermieden werden. Besonders stark tritt diese Veränderung der Bildperspektive auf, wenn Sie z. B. einen sehr kleinen Ausschnitt eines extremen Weitwinkelfotos ausschneiden, der sich in der Nähe des Bildrands befindet.


Anpassen der Größe von Fotos für eine Website:
Vor dem Einstellen von Fotos auf eine Website sollte man die Fotos in der Größe abspeichern, in der sie auf der Website erscheinen sollen. Ein Kleiner- oder Größer-Skalieren in HTML z. B. mit "width" führt zu einer schlechteren Bildqualität.


Erstellung der Website

Die HTML-Dateien der Seite habe ich selbst erstellt und die Oberfläche selbst designt. Die HTMLs habe ich in Notepad++ erstellt.

News:


Es gibt die neue Rubrik Weihnachten. Außerdem gibt es neue Rosenfotos, neue Motiv-, Rummel-, Natur- und Tierfotos.
-14.01.2014-


Die Rubrik 'Neue Fotos' finden Sie hier oder unter 'Fotogalerie' / 'Neue Fotos'!